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FORGEWORLD'S KRIEG MINIATUREN - EIN REVIEW ++
Mit
Spannung wurde das bis dato ambitionierteste Projekt von Forgeworld
erwartet: eine komplette Linie an Infanterieminiaturen, die zu einer
vollwertigen Range für eine im Codex erhaltene Armee heranwachsen
sollen: das Todeskorps von Krieg. Als alter Veteran im Selberbasteln
der markanten Soldaten von dieser toten, verstrahlten Welt war ich
natürlich besonders gespannt darauf, was uns Forgeworld hier
vorsetzen würde.
Zusammenfassend kann man vorweg schonmal eines sagen: modelltechnisch
hat sich Forgeworld hier selbst übertroffen. Nüchtern betrachtet
muss man aber auch festhalten dass das Todeskorps wohl sowohl aufgrund
des stolzen Preises für die Figuren, aber auch den Fitzeligkeitsfaktor
der Modelle ein Exot auf den Schlachtfeldern des 40k Tabletops bleiben
wird.
Ich denke man kann mit Fug und Recht behaupten dass ich ein Krieg
Freak bin. Vielleicht war ich sogar unter den ersten 50, die - wenige
Stunden nach Erscheinen des Newsletters, 2 Trupps "Krieg Squad
Advancing" vorbestellt haben. In der Woche, die am 9. Oktober
anfängt, so wurde uns versprochen, würden dann die ersten
Pakete geliefert. Vorbildlich überpünktlich und flott war
dann das Paket am 11. Oktober schon bei mir. ^^
Der erste Eindruck spiegelt die Nüchternheit von Forgeworld wieder:
die Qualität muss man in den Figuren suchen, nicht in der Verpackung.
Ein Trupp Krieg Infanteristen kommt in zwei Plastiksächchen mit
lapidarem Aufkleber und einer gefalteten Zusammenbauanleitung daher.
Jede
Figur besteht aus einem Korpus mit Kopf, einem rechten Arm an dem
die Waffe befestigt ist (alternativ zwei Arme mit Granate) und einem
linken Arm.
An weiteren Einzelteilen finden sich der rechte Schulterpanzer, Klappspaten,
Bajonett, Granaten, Tornister in zwei Ausführungen, Granaten
und Gürteltaschen in dem Set. Jeder einzelne dieser 28mm hohen
Kerle besteht also aus bis zu 8 Teilen!!! Das schlägt an Fitzeligkeit
die Eldar Guardians um Längen, erhöht aber gleichzeitig
nicht das Angebot an verschiedenen Posen oder Umbaumöglichkeiten
- die Arme lassen sich jeweils nur in einer einzelnen Pose sinnvoll
an den Körper montieren. Zumindest braucht man sich - und die
Gefahr hat ursprünglich denk ich schon bestanden - nicht darum
kümmern, den Kopf und Gasmaskenschlauch am Körper zu befestigen.
:o)
Was ich auch nicht ganz verstehe ist warum die Kontaktfläche
der Arme zum Körper zwar komplett plan ist, sich am Körper
selbst aber eine konkave Einbuchtung findet - der Effekt dabei ist,
dass die Arme nie richtig sitzen sondern immer entweder nach unten
oder nach oben rutschen. Warum der rechte Schulterpanzer separat aufgeklebt
werden muss erschliesst sich mir auch nicht ganz. Der hätte problemlos
auch auf dem Arm aufmodelliert sein können so wie er es ja am
linken Arm auch ist. Jene Modellbauer, die mit weniger dünnen
Fingern geschlagen sind, dürfte allein das Abschneiden und Entgraten
der Schulterpanzer in den Wahnsinn treiben!
Gussgrate und Löcher finden sich auf den Resinfiguren wie bei
allen anderen in Kunstharz gegossenen Modellen auch, die sind aber
nicht weiter schwer zu entfernen bzw zu korrigieren.
Für
das Todeskorps wurden auch die Imperialen Lasergewehre, liebevoll
von manchen Spielern bisweilen auch ob ihrer Effektivität als
"Taschenlampen" bezeichnet, einem Redesign unterworfen.
Wahrscheinlich hätten die Gewehre etwa der Cadianer zu klobig
an den filigranen Forgeworld-Soldaten gewirkt, aber ich sehe schon
dass man beim Transport dieser Figuren im Miniaturenkoffer extra Vorsicht
walten lassen muss. Die Läufe haben einen Durchmesser von gut
1.5mm und Resin ist nicht gerade das hochstabilste Material, das mit
viel Beanspruchung klar kommt. Deshalb habe ich mich schliesslich
auch entschieden, die verfügbaren Bajonette nicht an den Gewehren
zu befestigen - die sind selber nämlich nur vielleicht einen
halben Millimeter dick und dürften schon beim schräg anschauen
abbrechen - so geschehen schon beim ersten einzelnen Klappspaten den
ich in die Hand genommen habe. Bin ich so ein grober Klotz??
Als stolzer Besitzer des fotogeätzten Stacheldrahts von FW hab
ich für die ausgiebig im Set enthaltenen Anguss-Stutzen an den
Miniaturen auch gleich eine Verwendung gefunden: in adrette Länge
gestutzt dienen sie als Halterung für den Stacheldraht im Niemandsland.
Besser als jeder Zahnstocher!
Hat
man aber die ersten Miniaturen zusammengebaut kann man sich schliesslich
zurücklehnen und das mit Abstand Beste betrachten, was die Herren
Egan, Hayes und Bedford bis dato designt haben. Der Detailgrad der
Miniaturen ist atemberaubend, bis hinunter zu den filigransten Schnallen
am Brennmittelbehälter des Flammenwerfer-Schützen. Die Kragenspiegel
der Todeskorps Soldaten zeigen einen Schädel auf der rechten
Seite und ein Rangabzeichen an der linken. Die Gürtelschnalle
(ca. 2x2mm gross) ziert ein klar erkennbares Imperialis - und die
mit Gamaschen geschnürten Stiefel haben eine genagelte Sohle.
Zu Schade dass man sie in aller Regel abfeilt um die Figuren auf ihre
Bases zu kleben!
Im Vergleich dazu wirken die Elysianer oder die tallarnischen Figuren
von Forgeworld nurnoch wie Fingerübungen der Modellierer. Man
darf also gespannt sein was wir hier noch zu sehen bekommen werden
- und mit welchen sündigen Preisen uns arme Seelen Forgeworld
dann quält!
FEANNADH, X 2006
