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SPECIAL ++
Der
"alte" Codex: Imperiale Armee bot eine Doppelseite mit Regimentern
der Imperialen Armee aus allen Winkeln der Galaxis. Eine Exotische
Art von Soldat nach der anderen, die einen mit High Tech ausgerüstet,
manche von wilden Steppenplaneten, andere in Retrodesigns bis hin
zum Quasi-Legionär einer zweifellos antik angehauchten Welt.
Kein Wunder, sind doch im Imperium sowohl hyperbesiedelte Makropolwelten
vertreten, wie auch zurückgebliebene Welten auf denen die Nachfahren
der vor Jahrtausenden angekommen Siedler heute wie in der Steinzeit
leben.
Der mit "Todeskorps von Krieg" bezeichnete Soldat war offensichtlich
sehr WW1 inspiriert, trug einen knielangen Waffenrock, Stahlhelm mit
Gasmaske und Schnürstiefel mit Gamaschen. Schon damals dachte
ich mir - stets für Retrodesigns in der 40k Welt offen - wie
cool so eine Armee wohl auf einem Tabletop Schlachtfeld aussehen würde,
insbesondere wenn sie mit so augenscheinlich wenig dazupassenden Einheiten
wie Ogryns oder Sentinels verstärkt wurde. Eine erste Welle von
Todeskorps kam mit dem erscheinen der neuen Stahllegion Miniaturen,
die sowohl ein Retro-Erscheinungsbild (offensichtlich designt nach
den Deutschen Fallschirmjägern des 2. Weltkriegs) wie auch die
obligatorische Gasmaske boten. Aber sie waren erstens aus Zinn, also
teuer ;o) und zweitens sahen sie nichit wirklich aus wie das Todeskorps
im Codex. Im Codex gab es ein weiteres Regiment, das in die selbe
Kerbe schlug: die Teutons. Diese hatten nicht nur Pickelhauben auf
dem Kopf sondern auch einen fast bodenlangen Staubmantel. Im neuen
Codex erscheint das Todeskorps nun als Symbiose aus den beiden Designs:
Gasmasken, Pickelhaube, Bayonett am Lasergewehr, Staubmantel. Ein
cooles Design, aber ohne grossen Aufwand unrealisierbar, zumal ich
irgendwann im Internet lesen musste dass GW die "Greatcoats"
Box mit Plastikminiaturen dieses Typs in den nächsten fünf
Jahren nicht rausbringen wird.
Im
Prinzip hatte ich die Techniken schon oft ausprobiert, mit denen sich
eine solche Miniatur machen lassen würde, da ich schon seit vier
oder fünf Jahren mit Kunstharz arbeite und auch vor ein paar
Jahren das herrliche RTV (raumtemperaturvulkanisierend) Silikon, aus
dem ich meine Formen machen würde. Es war nur die Frage, ob ich
mir die Arbeit antun wollte oder nicht. Ich entschied es nebenher
zu versuchen.
Wichtigstes Utensil des Todeskorps sind ein langer
Staubmantel und altmodische Helme mit Gasmaske. Während ich beinahe
alle anderen Teile aus dem flexiblen neuen Cadianer-Gussrahmen verwende
könnte, müssten diese Teile auf jeden Fall neu gemacht werden.
Ein erster Versuch sah noch vor dass die Gasmaske über einen
Schlauch mit einem Atemgerät auf der Brust verbunden wird, wie
in der Abbildung im Codex; der Schlauch wäre in dem Fall wohl
ein Teil einer Gitarrenseite gewesen. >BILD
Ein erster Zusammenbauversuch zeigte aber dass es unmöglich war,
zwischen Körper und Arme noch einen Schlauch zu quetschen. Ich
erlaubte mir daher später die künstlerische Freiheit, mein
Todeskorps mit unabhängigen Gasmasken mit Filderdose auszurüsten.
:o)
Der erste Schritt war also das Design der Torsi mit
Mantel. Ich entschied dass ein paar verschiedene Körper genug
sein würden um Abwechslung in die Armee zu bringen und klebte
daher ein paar der Cadianischen Torsi in verschiedenen Stellungen
auf die unterschiedlichen Beine. Diese Kombo musste nun auf eine grundlegende
Körperform zurechtgeschnitzt werden, damit der Mantel drüber
passte, ausserdem tragen Todeskorpssoldaten ja nicht die Panzerung
Cadianischer Stosstruppen. Auf diese Weise konnte ich dennoch sicher
gehen dass meine späteren Modelle sowohl grössen- wie auch
proportionsmässig mit den Cadianerarmen zusammenpassen würden.
>BILD
Die Cadianerarme zu verwenden war eine Entscheidung die mir nicht
schwer fiel. Waffen und Kettenschwerter selbst zu modellieren und
zu replizieren ist einfach viel zu fitzelig, ausserdem brauche ich
zur Fertigstellung meiner Armee ohnehin die Cadianischen Gussrahmen,
da ich auf die Accessoires angewiesen bin die da drin sind. Mir bleiben
nach dem Kauf einer Box Cadianer eben nur viele Köpfe und Körper
übrig...
Gleichzeitig begann ich mit der Arbeit an den Köpfen. Nachdem
ein erster Versuch, die Cadianerköpfe als Basis zu nehmen, kläglich
gescheitert war >BILD
| >BILD | >BILD,
startete ich einen komplett neuen Versuch, sinnigerweise diesmal mit
Totenköpfen aus dem WH Skelettgussrahmen als Basis, auf die ich
erst die Gasmasken, dann die Helme aufmodellierte. >BILD
Ich überlegte eine Weile ob ich die Helmspitzen aus Metall (zb
von einem Nagel) separat in jeden Soldat einsetzen sollte, entschied
mich dann aber mein Glück zu versuchen und sie gleich beim Prototyp
aufzumodellieren. Die Spitzen stammen vom Morgenstern entweder aus
dem Skelettkrieger- oder dem Tiermenschengussrahmen. Indem ich die
Spitze mitsamt einem Stück der Kugel abschnitt konnte ich das
Teil stabil auf dem späteren Helm festkleben und die Helmoberfläche
drübermodellieren.
Das Aufmodellieren der Mäntel und Details musste in mehreren
Schritten geschehen, mit jeweils ein paar Stunden (oder ein paar Tagen,
je nach Motivation ;o)) dazwischen, damit der Green Stuff aushärten
konnte. Die Mäntel wurden zuerst als Ganzes modelliert, mit den
Falten, Knopflöchern und der Einbuchtung an der Taille, in die
später der Gürtel kommen sollte. Auf die runde Gürtelschnalle
würde später ein abgeschnittenes Totenkopfornament aufgeklebt
- von denen findet sich ja eine Menge in jeder anständigen Bitzbox.
^^ BILD | BILD
Es war an der Zeit einen ersten Prototyp zusammenzubauen, indem ich
die fertigen Teile provisorisch zusammenfügte und mit Armen und
Zubehör von den Plastikcadianern komplettierte. Passt! >BILD
Der Filter an der Gasmaske ist noch viel zu gross, ausserdem fehlen
noch Kragen und Koppel. (der Soldat läuft unter "Coburg
Prototype" weil ich eine Zeitlang kein Todeskorps sondern was
eigenes machen wollte; Aber nachdem ohnehin jeder die Figur für
eine Todeskorps-Figur halten würde blieb ich dann doch bei der
Codex-Armee). Damit konnte ich nun den Körper fertigstellen,
indem ich Koppel und Kragen aufmodellierte. Der Kragen war nichtmal
wirklich einfach, da ich zwischen Klappkragen wie im Codex und Stehkragen
hin und her schwankte. Am Ende bliebs der einfachere Stehkragen. >BILD
Auch hier ist der Filter an der Gasmaske noch zu gross, ausserdem
war zu diesem Zeitpunkt noch geplant den Filter nach dem Guss extra
aufzukleben. Bei der Herstellung der Form selber fasste ich mir schliesslich
ein Herz und klebte kleinere Filter gleich an die Maske und replizierte
dann das ganze Stück in einem.
Wirkliche High Tech Modelle wie die Zinnfiguren von GW haben viele
Hinterschneidungen die ein grosses Knowhow bei der Formenherstellung
erfordern. Der Einfachheit halber entschied ich mich für ganz
simple Formen aus zwei Hälften, die durch die Flexibilität
des Silikons aber geringe Hinterschneidungen noch gut verkraften.
Trotzdem galt es die Torsi noch zu vereinfachen, indem ich alle Hohlräume
(also die Innenseite der Figur unter dem Mantel) mit Green Stuff ausfüllte.
>BILD | >BILD
| >BILD Ebenso
wie die marschierenden Infanteristen machte ich praktisch zur selben
Zeit auch zwei knieende Figuren um später dazupassende Heavy
Weapon Teams zu haben.
Die Form selber wurde klassisch hergestellt, wie es schon vielfach
beschrieben wurde: die Figuren wurden in Modelliermasse, zb Plastilin
eingebettet; >BILD
dann die obere Hälfte mit Silikon abgegossen, nach dem Aushärten
des Silikons (nach ca. einem Tag) konnte dann die andere Hälfte
der Form gemacht werden, indem die Figuren in die erste fertige Hälfte
eingepasst wurden, das ganze mit einem Trennwachs eigestrichen und
die zweite Hälfte mit Silikon aufgefüllt wurde. Erstmals
habe ich für hierfür mit einer runden Form gearbeitet (Plastikrohrelement
aus dem Baumarkt), da ich bei viereckigen geschlossenen Formen immer
das Problem hatte, dass sich die fertige Hälfte nur schwer wieder
einfügen lässt. Diesmal klappte es jedoch wunderbar. Als
Basis für meine Infanterie dienen jetzt drei Formen, eine für
die Körper, eine für die knieenden Körper und eine
für die Helme. Bei den Charaktermodellen hingegen, also den Kommissaren,
Leutnants, Medics etc. werden mir individuelle Umbauten jedoch wohl
nicht erspart bleiben. >BILD
| >BILD
Für den Sergeant hatte ich einen eigenen separaten Torso mit
Kragenschild modelliert, und so konnte ich nun einen ersten Infanterietrupp
vollständig zusammenbauen, indem ich die Gussteile mit den Teilen
aus dem Cadianergussrahmen komplettierte und auf Citadel Bases klebte.
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Für
die Veteraneneinheit hatte ich einen eigenen Helmtyp modelliert, aber
die fertige Figur >BILD
gefällt mir eigentlich nicht so recht und muss wohl nochmals
überarbeitet werden.
Insgesamt habe ich nun rein für die Vorbereitung des Armeeaufbaus
(freilich mit künstlerischen Schaffenspausen drin ;o)) ca. 2-3
Monate gebraucht.
©
FEANNADH, Jan. 2004
